Warnhinweise Mongolei

Warnhinweise Mongolei

Sicherheits- und Reisehinweise für die Mongolei

In der Mongolei lauern eine Menge Gefahren. Damit Du diese Gefahren vermeiden und die Risiken minimieren kannst lies Dir diese Warnhinweise Mongolei durch! Unsere Hinweise sind einfache Sicherheitstips für deine Mongoleireise. Du kannst die Gefahren umgehen, wenn Du die Hinweise beachtest. Falls Du weitere Sicherheitstips hast, füge diese bitte in den Kommentaren hinzu! Andere Reisende freuen sich natürlich über weitere Informationen!

Überall auf der Welt kannst Du Dich am Essen verschlucken oder unglücklich stolpern. Einige andere Gefahren lauern aber vor allem in der Mongolei. Für Deine Reise möchten wir Dir diese Punkte mit auf den Weg geben, damit einer entspannten Reise nichts mehr im Wege steht.

Hast Du schon Reisen durch das russische Sibirien oder durch die zentralasiatischen Länder gemacht hast? Dann bist Du kannst Du mit der gleichen Vorsicht auch gut in die Mongolei reisen. Du bist schon gut vorbereitet.

Falls Du deutscher Staatsbürger bist, so trage Dich in die Krisenvorsorgeliste der deutschen Botschaft in Ulaanbaatar ein, damit diese Dich im Notfall schneller erreichen können. Die Informationen findest Du in der Rubrik Diplomatische Vertretungen.

Reisende, die bisher in Ostasiatischen Ländern wie Singapur, China, Korea oder Japan unterwegs waren sollten sich jedoch einschlägig mit den Unterschieden und teilweise größeren Gefahren in der Mongolei beschäftigen:

Erdbeben

In der Mongolei kommt es immer wieder zu Erdstößen. In den westlichen Medien wirst Du davon allerdings nichts hören, da die Schäden auf Grund der weiten Verbreitung der mongolischen Jurten und der geringen Bevölkerungsdichte gering ausfallen. Einige Blogger berichten allerdings über Erdbeben in der Mongolei. Insbesondere in der Westmongolei kann es zu heftigen Erdbeben kommen. Bei einem der stärksten Erdbeben im Jahr 1905 wurden Werte von über 8 auf der Richterskala erreicht. Generell gilt, dass die Westmongolei wesentlich stärker Erdbeben ausgesetzt ist als das Zentrum und Osten des Landes.

Die westlichen Aimags sind am meisten von Erdbeben bedroht. Hier gibt es aber nur kleinere Städte mit oft einstöckiger Bauweise – selbst schwere Erdbeben sollten hier nicht zu großen Schäden führen. Ganz anders die Situation in der Hauptstadt der Mongolei. Erdbeben in Ulaanbaatar können auf Grund der hohen Bevölkerungsdichte und der schlechten Bausubstanz große Schäden anrichten. Die meisten Gebäude sind mehrstöckige Bauten, die oft nicht nach internationalen Standards errichtet wurden.

Botschaften und internationale Vertretungen achten dabei darauf möglichst erdbebensicher zu bauen, bzw. Büros in möglichst erdbebensicheren Gebäuden anzumieten. Falls Du Dich dazu entscheiden solltest lange in der Hauptstadt zu bleiben, dann versuche ein Gebäude mit guter Bausubstanz zu finden. Oft hilft es bei neuen Gebäuden Ortsansässige zu fragen, die den Baufortschritt beobachtet haben.

Flussdurchquerungen in der Mongolei

Touristen, die mit eigenen oder gemieteten Geländefahrzeugen oder Motorrädern die Mongolei erkunden werden ggf. kleine Wasserläufe durchqueren müssen. Während in der Region um Ulaanbaatar und Terelj dies nicht nötig ist und Touren auch bis zum Khuvsgulsee problemlos darstellbar sind wird Dich in der Westmongolei das große Abenteuer erwarten. Du musst damit rechnen in Khovd, Bayan-Ulgii, Uws und Zavkhan kleine Rinnsale mit dem Geländewagen zu durchqueren.

Nach einem Regenguss können diese Bäche innerhalb von Stunden zu veritablen Flüssen von 10 bis 20 Meter Breite anwachsen, deren Durchquerung gefährlich sein kann. Es gilt sich die Flüsse genau anzusehen, mehrere Stellen zu beobachten und darauf zu achten wo andere Autos die Flüsse durchqueren. Manchmal musst Du allerdings einfach abgewartet oder einen großer Umweg in Kauf nehmen. Du solltest Deine Reiseplanung darauf einstellen und mehrere Tage Puffer einplanen. Zudem ist es wichtig mit einem guten Auto unterwegs zu sein und es schadet sicherlich nicht wenn mehrere Autos und Lastwagen sich an einer Stelle versammeln. Die Fahrer können dabei Kenntnisse über die Straßenverhältnisse austauschen und im Notfall kann man sich gegenseitig helfen.

Am sinnvollsten ist es mit einem Toyota Landcruiser unterwegs zu sein, der einen Schnorchel hat und somit kleinere Flüsse gut durchqueren kann. Falls ein Auto im Wasser steckenbleibt können andere Autos und insbesondere kleine Lastwagen mit Seilwinden helfen es wieder manövrierfähig zu machen.

Alkohol

Alkohol ist auf mehreren Wegen gefährlich. Es ist allgemein bekannt, dass Alkohol dauerhaft die Leber zerstört. Die Rate der Krebserkrankungen ist in der Mongolei sehr hoch und die Überlebenswahrscheinlichkeiten gering.

Manche Kleinstbrauereien haben immer noch Qualitätsprobleme im Brauprozess. Der „Alkohol“ könnte einen hohen Anteil ungenießbarer Verbindungen aufweisen. Der Alkohol der großen mongolischen Brauer hat mittlerweile eine hohe Qualität erreicht und kann ohne größere Bedenken in Maßen getrunken werden. Die niedrigen Kosten und die weite Verbreitung von hartem Alkohol in der Mongolei stellen aber eine Gesundheitsgefahr dar. Unmittelbar wie oben beschrieben aber auch mittelbar als Brandbeschleuniger für Streitigkeiten und Autounfälle – siehe Warnhinweise weiter unten.

In den letzten Jahren ist der Konsum von harten Alkohol unter Jugendlichen allerdings rückläufig und die Mongolei hat sich langsam eher zu einer Biertrinkernation gewandelt. An Festtagen, Feiern und an Wochenenden ist Wodka nach wie vor weit verbreitet.

Die dritte mit Alkohol verbundene Gefahr ist die damit einhergehende Müdigkeit. Auf keinen Fall darfst Du Dich nach einem Pubbesuch „kurz“ auf einer Bank ausruhen und einschlafen. Selbst im Juni können die Nachttemperaturen unter den Gefrierpunkt fallen.

Gewalt

Während Schusswaffen in der Mongolei kaum verbreitet sind, ist körperliche Gewalt allgegenwärtig. Insbesondere an Freitag- und Samstagabenden kann es für Ausländer aber auch Einheimische auf Straßen und in und vor Bars und Clubs gefährlich werden. Auch einfache Verkehrsunfälle und Hochzeiten enden manchmal in Schlägereien. Sei Dir dieser Gefahr bewusst und meide es nachts alleine unterwegs zu sein. Gehe Streitigkeiten aus dem Weg und lass Dich nicht provozieren, sei aber auch selbstbewusst wenn es zu einer Konfrontation kommt.

In den letzten Jahren ist es allerdings deutlich besser und friedlicher geworden. Kneipenschlägereien, die in den Boomjahren 2010-2012 noch allgegenwärtig waren sind nun selten geworden.

Sexuelle Übergriffe

Es besteht sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land die Gefahr für Frauen, Opfer sexueller Übergriffe zu werden. Dies kann natürlich in vielen Ländern passieren, aber einige weit gereiste Bloggerinnen weisen darauf hin, dass dieses Problem in der Mongolei durchaus sehr stark vertreten ist. Falls Du also als Frau alleine die Mongolei bereisen möchtest lies Dir bitte zuerst einmal die Erfahrungsberichte durch. Hier der Link zu dem Bericht von Anne, die mit dem Fahrrad alleine durch die Mongolei gefahren ist.

 

Essen

Mongolisches Essen ist nichts für Gesundheitsfanatiker. Traditionell haben die Mongolen ein positives Verhältnis zu ihren Tieren und geprägt durch den Buddhismus war es durchaus noch verbreitet Tieren ein möglichst langes Leben zu ermöglichen. „Zartes Kalbfleisch“ ist daher selten und das Fleisch in der Mongolei stammt häufig von älteren Tieren. Dies ist aus Tierschutzgründen durchaus zu begrüßen, aber die fehlende Kühlkette und die häufigen Stromausfälle können dazu führen, dass Fleisch oft nicht mehr frisch zubereitet wird. Auch bei Kimchi und Fisch ist äußerste Vorsicht geboten. Du solltest insbesondere bei günstigen Restaurants in Ulaanbaatar oder kleinen Guanz und Strassenrestaurants aufpassen. Wenn es geht vermeide diese Garküchen ganz. Selbst „gutes“ Essen kann manchmal zu Magenverstimmungen führen, da Dir der große Fett- und Fleischanteil im Essen ungewohnt ist. Eine Liste guter Restaurants findest Du hier.

Kälte

Natürlich hast Du schon oft von der winterlichen Kälte in der Mongolei gehört. In den kältesten Wochen kann es auch mal -40 Grad kalt werden und selbst tagsüber sind „Höchsttemperaturen“ von -30 möglich. Wichtig ist dass Du insbesondere im Sommer aufpasst. Während Du mittags bei 24 Grad die Sonne geniesst kann es nachts auch schnell kalt werden und frieren.

Sicherheit in der Mongolei: Die Gefahr durch Kälte
Warnhinweise Mongolei: Die Weltspitze bei den Minusgraden ist bekannt

Im Winter funktionieren Metallflächen wie Herdplatten. Falls Du auch nur eine Sekunde lang einen Türgriff anfasst ohne Handschuhe anzuhaben kannst Du Brandblasen an den Fingern bekommen. Ein Auto solltest Du nur mit Handschuhen anschieben, da Du schnell Kälteverbrennungen bekommen kannst und wie schon oben erwähnt ist die Kälte unter Alkoholeinfluss lebensgefährlich. Es kommt immer mal wieder vor, dass Urlauber, oft Wanderer, während der vermeintlich warmen Jahreszeit mit heißen Tagen aber teils eiskalten Nächten erfrieren.

Das Kontinentalklima der Mongolei führt dazu, dass Tagestemperaturen im Juni durchaus hoch sind, aber in der Nacht kann das Thermometer unter den Gefrierpunkt fallen und es kommt daher leider auch im Mai, Juni oder Ende August immer wieder zu Kältetoten. Auch kann das Wetter sich schnell ändern.

Verkehr

Der Straßenverkehr ist chaotisch. Die Warnhinweise Mongolei wären ohne eine Sektion über Gefahren im Straßenverkehr unvollständig. Unfälle sind häufig, insbesondere in der kalten Jahreszeit. Straßen frieren im November zu und werden nicht vollständig geräumt. Ende November sind alle Straßen mit einer schwarzen Eisdecke bedeckt und extrem rutschig. Während viele dieser Unfälle „nur“ Blechschäden verursachen sind insbesondere die Überlandfahrten, etwa auf der Straße von Ulaanbaatar nach Darkhan gefährlich. Die langen Distanzen, Ermüdung, schlechte Straßenverhältnisse, alte Autos und zum Teil Alkoholeinfluss sorgen für eine gefährliche Mischung. Fahr vorsichtig, schnall dich immer an und achte auf ein gutes Auto.

Ein kleiner Sicherheitshinweis: In früheren Jahren sind Unfälle oft in Schlägereien ausgeartet. Sei also vorsichtig welche Gefahren einem Unfall unmittelbar folgen könnten.

Offene Kanaldeckel

Offener Kanaldeckel in Ulaanbaatar - eine Gefahrenquelle
Offener Kanaldeckel in Ulaanbaatar – eine Gefahrenquelle

Sowohl für Autos als auch für Fahrradfahrer und Fußgänger sind offene Kanaldeckel eine große Gefahr. Wenn Du besonders viel Pech hast, dann wirst Du vielleicht auch auf einen verdeckten Kanaldeckel treten, der sich plötzlich dreht. So könntest Du in die mongolische Unterwelt fallen und ein paar Prellungen davontragen. Versuche also nicht auf Kanaldeckel zu treten.

Ertrinken durch Einbrechen ins Eis

Zu viel Kälte ist gefährlich, aber genauso kann auch zu wenig Kälte zur Gefahr werden.

Insbesondere Ende März und Anfang April kommt es zu Unfällen auf Seen und Flüssen die noch zugefroren sind, aber deren Eis an manchen Stellen sehr dünn wurde. Autos, Lastkraftwagen oder Personen können durch das Eis brechen und die Kälte des Wassers und Tiefe mancher Seen (insbesondere der Khuvsgulsee) führen schnell zu lebensbedrohlichen Situationen. Unterirdische warme Quellen sind dabei ein Faktor den man unbedingt bedenken sollte. So kann es auch bei großen Minustemperaturen stellen im Eis geben, die hauchdünn sind. Die seismisch aktive Mongolei hat eben auch eine gr0ße Zahl an heissen Quellen.

Das Phänomen, dass sogar ganze Autos und Lastwagen durch das Eis brechen ist nicht neu. Viele Seen sind sogar durch Fracks regelrecht verschmutzt. Es gibt Schätzungen, dass mehr als hundert Fahrzeuge auf dem Grund des Khuvsgulsees liegen.

Elektrizität

Die Stromleitungen und Verkabelungen in Häusern sind oft nicht gut isoliert was zu Bränden oder Kurzschlüssen führen kann. Zudem schwanken die Volt stark. So haben Ausländer die in der Hauptstadt leben innerhalb von 2 Tage im Winter Voltzahlen von 180 bis 220 gemessen.

Voltschwankungen in der Mongolei Wasser und Strom in der Mongolei
Wasser und Strom in der Mongolei: Voltschwankungen sind häufig. Hier ein Bild eines Expat

Reiten

Mongolische Pferde sind zwar kleiner als ihre Europäischen Artgenossen, aber das unwegsame Gelände oder die Wildheit des Pferdes (oder des Reiters 😉 ) kann durchaus dazu führen von einem Pferd abgeworfen zu werden. Was auch in anderen Ländern oft vorkommt wird in der Mongolei durch die großen Entfernung zu besseren und größeren Krankenhäusern und den niedrigen Standards außerhalb der Hauptstadt gefährlich. Kümmer Dich schon im Vorhinein um Möglichkeiten der medizinischen Versorgung, falls Du mit Pferden in der Mongolei unterwegs bist.

Es gibt kaum ein Polotournier, Pferderennen oder auch das berühmte Mongol Derby ohne schwerwiegende Verletzungen. Bevor Du Dich also auf so etwas einstellst solltest Du ein sehr guter Reiter sein und Deine Notfallvorsorge schon vorbereitet haben.

Übrigens: Von den großen Kamelen ist der Weg im Fall deutlich höher als von mongolischen Pferden.

Krankheiten

Die Pest soll in manchen Landesteilen noch bei Kleinnagern krassieren. Menschen sind dagegen eher übertragbaren Keimen, Pilzen und Bakterien ausgesetzt. Glücklicherweise ist Aids wenig verbreitet, aber die Dunkelziffer wahrscheinlich sehr hoch und die Zuwachsraten bedeutend. Auch andere sexuell übertragbare Krankheiten verbreiten sich in der Mongolei. In den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts soll die Mongolei eines der am stärksten betroffenen Länder für Syphilis gewesen sein.

Kriminalität

Die organisierte und schwerbewaffnete Kriminalität ist in der Mongolei deutlich kleiner oder kaum vorhanden – insbesondere im Vergleich zu den vermeintlich sichereren Ländern Südostasiens. Banküberfälle und Morde durch Schusswaffen gibt es praktisch nicht. Dagegen blüht die Kriminalität in anderen Bereichen. Organisierter Diebstahl ist sehr weit verbreitet – auch kurzfristig darfst Du Wertsachen auf keinen Fall aus den Augen lassen. Taschendiebe sind zu allen Tageszeiten aktiv, insbesondere aber auf der Peace Avenue und dem Narantuul Markt. Schuhputzer solltest Du auch unbedingt meiden und auch Taxifahrer – insbesondere solche die vor Clubs, Bars und Hotels warten können sehr unangenehm werden wenn Du nicht einen lächerlich überzogenen Preis zahlen wolltest.

Daneben existiert auch eine latente Gewaltbereitschaft aufgrund von nichtigen Anlässen wie Unfällen oder einfach aufgrund von einer Abneigung gegenüber Ausländern. Während Russen dabei am wenigsten betroffen sind, müssen sich insbesondere dunkelhäutige Menschen und Chinesen schützen.

Skifahren

Skifahren gehört weltweit zu den Risikosportarten – die Piste in der Mongolei gehört sicherlich nicht zu den anspruchsvollsten, Du solltest die Schwierigkeit allerdings nicht unterschätzen. Schnell wandelt sich der Schnee in Eis und die oft wenig erfahrenen anderen Skifahrer sind auch eine große Gefahr.

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