Khuvsgul

Khuvsgul

Khuvsgul

Khuvsgul ist der Name eines Aimag (eine Provinz der Mongolei) und gleichzeitig der Name des Sees, welches sich in diesem Aimag im Norden der Mongolei an der Grenze zu Russland befindet. Manchmal wird er im Deutschen auch mit Chöwsgöl umschrieben, die oben genannte Schreibweise hat sich allerdings international durchgesetzt. Die Hauptstadt des Aimags ist das 30,000 Einwohner Städtchen Murun südlich des Sees und direkt am See, ca. eine Autostunde nördlich von Murun liegt Khatgal am Ausfluß des Sees. Murun und Khatgal haben beide sehr kleine regionale Flughäfen, die von Ulaanbaatar angeflogen werden. Insbesondere Murun hat regelmässige Flüge.

Blumen am Ufer des Khuvsgulsees
Khuvsgulsee im Sommer, Blumen am Ufer

Der Khuvsgulsee – bedeutendes Süßwasserreservoir

Der Khuvsgulsee ist das wichtigste Gewässer der Mongolei in touristischer, wirtschaftlicher aber insbesondere kultureller Sicht. Im Mongolischen Khuvsgul Nuur (See) genannt. Da die „Abwässer“ des Sees den Baikalsee speisen ist der See auch für die Wasserqualität in Russland von hoher Bedeutung. Zusammengenommen haben der Khuvsgulsee und der flußabwärts gelegene Baikalsees inklusive der Flüsse mehr als ein Fünftel des Süßwasservorrats der Welt.

Typisch mongolische Landschaft
Nebelverhangene Hügel in der Nordmongolei

Dalai Eedsch – kulturelle Bedeutung

In der Umgangssprache wird der See auch Dalai Edsch – Mutter Ozean genannt. Es bildet ein Süßwassersystem welches verschiedene Mongolische Gruppen bis hin zu den verwandten Burjaten in Russland miteinander verbindet. Gleichzeitig ist der See ein wichtiges kulturelles Zentrum, insbesondere für den Mongolischen Schamanismus. Nirgendwo sonst gibt es so viele Schamanen wie im Khuvsgulaimag und es finden auch häufige Treffen statt. Wenn Du den Schematismus für Dich finden willst, dann halte Dich besser von den touristischen Schamanen direkt am See fern sondern versuche in Murun Kontakte zu knüpfen.

Tourismus beim Khuvsgulsee

Der See ist nach Volumen der größte See der Mongolei und hat eine große Bedeutung als Trinkwasserreservoir und für den Tourismus. Bisher hat der Tourismus den See noch nicht negativ beeinträchtigt und viele Gercamps und Touristen legen Wert darauf, dass es so bleibt. Diese Camps liegen bisher auch fast ausschliesslich am Südwestufer des Sees in der Nähe von Hatgal. Das Ostufer und insbesondere der Norden ist weiterhin fast menschenleer. Allerdings muss auch darauf geachtet werden, dass die russische Grenzen in der Nähe des Nordufers verläuft und dieses Gebiet somit Grenzland – mit besonderen Visabestimmungen ist.

Der Seeboden – eine Schatztruhe

Das Wassereinzugsgebiet des Sees ist relativ klein, so dass Verschmutzungen durch Bergbau oder Agrarwirtschaft nicht auftreten, das einzige Problem sind die vielen Fahrzeuge auf dem Grund des Sees, die über die Jahre durch die Eisdecke gebrochen sind. Es handelt sich dabei um eine ganze Reihe von Fahrzeugen und auch kleineren Schiffen. Militärfahrzeuge und Lastkraftwagen, aber auch Autos – in denen möglicherweise noch Schätze liegen.

Schwimmen und Tauchen

Es ist möglich im See zu schwimmen allerdings steigt die Wassertemperatur auch im Hochsommer nicht über 10 Grad. Während es am Rand im hüfthohen Wasser durchaus wärmer sein kann so fällt die Temperatur im tieferen Wasser schnell ab. Zum schwimmen und insbesondere zum tauchen sollte daher auf jeden Fall ein Neoprenanzug getragen werden.

Volksgruppen im Bereich des Sees

Im Khuvsgul Aimag und den angrenzenden Gebieten leben wichtige Volksgruppen der Mongolei. Westlich des Sees leben tuviner Rentiernomaden, auch Tsaatan genannt. In den letzten Jahren haben sie sich aber auf die großen Touristengruppen eingestellt und verlangen viel Geld für Fotos mit Rentieren oder Ritualen. Südlich des Sees dann verschiedene Khalkh-mongolische Gruppen und Nordöstlich fangen die Regionen der Burjaten an.

Wenn Du eine längere Reise in der Mongolei planst, so solltest Du diesen See als tolles Ziel betrachten, insbesondere abseits von Khatgal kannst Du schöne Camps finden, in denen Du einige ruhige Tage am Ufer des Sees verbinden kannst. Dabei solltest Du darauf achten, dass diese Camps nicht direkt an der Straße liegen. Zwar gibt es nicht besonders viel Verkehr, aber es ist doch immer recht laut an der Straße und es wird auch viel Staub aufgewirbelt weshalb die Luftverschmutzung recht hoch sein kann. Auch solltest Du schauen, dass es nicht eine große Reisegruppe aus der Hauptstadt mit vielen Flaschen Vodka in das jeweilige Camp geschafft hat. Da im Südosten des Sees alle 300 Meter ein anderes Camp liegt, ist es allerdings auch kein Problem etwas passendes zu finden. Viel Spaß am Khuvsgulsee – dem Mutter Ozean!

Im Jahr 2018 veranstaltet zum Beispiel Mongolia Fixers eine Expedition. Mehr dazu hier.

Melde Dich zu unserm Reisefieber Newsletter an

* indicates required