Ulaanbaatar

Ulaanbaatar

Ulaanbaatar – die Hauptstadt der Mongolei

Ulaanbaatar ist die Hauptstadt der Mongolei und das Zentrum des Landes in jedweder Hinsicht. Hier befindet sich ein wichtiger Zwischenstopp der Transmongolischen Eisenbahn. Das kleine mongolische Eisenbahnnetz weist noch kleine Verästelungen auf, die alle in Ulaanbaatar zusammen laufen. Der einzige internationale Flughafen der Mongolei befindet sich in der Nähe von Ulaanbaatar. Ein neuer Flughafen 30 Kilometer weiter ist im Bau und die großen Gebäude und die Landebahn ist 2018 fertiggestellt, aber ein Eröffnungstermin ist unklar. Mehrere Busbahnhöfe verbinden die Hauptstadt mit den anderen Aimagzentren. Die wichtigsten liegen im Westen und Osten der Stadt.

Ulaanbaatar ist allerdings auch das Zentrum der Finanzindustrie mit allen wichtigen Banken, der Finanzaufsicht, der Börse und der großen Mehrheit der anderen Finanzunternehmen. Die Stadt beheimatet 50% der Mongolen und ist das natürliche Zentrum des Kulturlebens mit Oper und Theater.  In Ulaanbaatar befinden sich die wichtigsten Universitäten und Forschungseinrichtungen des Landes. Die Stadt ist natürlich auch die politische Hauptstadt der Mongolei. Anders als in Deutschland mit Ministerien, dem Bundesgerichtshof, der Zentralbank verteilt auf Berlin, Karlsruhe, Bonn und Frankfurt, ist alles in Ulaanbaatar zentriert.

Was bedeutet „Ulaanbaatar“?

Der Name der Stadt bedeutet „Roter (Ulaan) Held (Baatar)“ – eine Namensgebung nach dem Sieg der Volksrevolution im Zuge der Gründung der mongolischen Volksrepublik – dem zweiten sozialistischen Land nach der Sowjetunion. In den deutschsprachigen Ländern ist die Stadt oft auch noch als Ulan Bator bekannt.

Stadtentwicklung

Eine nomadische Lebensweise und festgelegte Hauptstadt widersprechen sich grundlegend. Es bestand früher die Notwendigkeit neue Weidegebiete zu erkunden, da sich im Umkreis der Hauptstadt in wenigen Jahren stark verdichtete Flächen ohne Wiesen bildeten. Die Hauptstadt musste deswegen im Hinblick auf die Nutztiere oft verlegt werden. Zudem kam dazu, dass Flüsse regelmässig ihr Bett verlegten und als Folge auch die immer schon mobile Hauptstadt umziehen musste. Die Hauptstadt bestand traditionell vor allem aus Gers, die schnell verlegt werden konnten.

Das moderne Ulaanbaatar entstand insbesondere in den 50er bis 80er Jahren unter Federführung des großen sowjetischen Bruderstaates im Norden. Dem sowjetischen Stil folgend, wurde eine Stadt mit den typischen Plattenbauten und zentralen Gebäuden wie Oper, Parlament und Theater hochgezogen. Die Entwicklung der Transmongolischen Eisenbahn zementierte die Lage der Stadt.

In den 70er und 80er Jahren wurde die Infrastruktur und Straßen aber insbesondere die Grünflächen und Plätze sehr großzügig angelegt. Die Stadt hatte 200,000 Einwohner und war dazu ausgelegt problemlos weitere 100,000 Einwohner aufzunehmen. Dies entsprach etwa einem Drittel der Einwohner der Mongolei in den 70-80er Jahren.

Nach der Wende beschleunigte sich die Urbanisierung. Immer mehr Mongolen zogen in die Stadt. Heute hat Ulaanbaatar mehr als 1.2 Millionen Einwohner – fast die Hälfte der Mongolen leben in Ulaanbaatar und der unmittelbaren Umgebung. Im Stadtzentrum und im Süden sind moderne Hochhäuser entstanden.

Blue Sky Tower südlich des Sukhbaatar Platzes in Ulaanbaatar
Blue Sky Tower südlich des Sukhbaatar Platzes

Die rasante Entwicklung hat aber auch Schattenseiten: Die Bauqualität ist nicht überall hoch genug um den möglichen Erdbeben in der Gegend stand zu halten und die Infrastruktur ist nicht mit gewachsen. Während es in den 70er Jahren noch große Plätze und Parks innerhalb der Stadt gab, so wurden diese verbaut – häufig eine beliebte Art und Weise für Politiker schnelles Geld zu machen.

Die Infrastruktur wurde dagegen nicht weiter entwickelt. Die Stromversorgung der Stadt entwickelt sich immer mehr zu einem Problem. Wasser, Abwasser, Heizung und Straßen sind in den letzten Jahrzehnten kaum ausgebaut worden. Staus sind häufig. Am besten bleibst Du im Stadtzentrum. Taxis brauchst Du dann keine.

Braindrain

In den Jahren von 2010 bis 2013 kehrte sich der Braindrain um und viele im Ausland studierte Mongolen kamen in ihre alte Heimat mit neuen Ideen und Fertigkeiten zurück. In den letzten Jahren hat sich dies nun wiederum geändert und viele Mongolen suchen ihr Glück in anderen asiatischen Ländern, aber auch in Amerika und Europa.

Keine Schönheitskönigin

Einen Schönheitswettbewerb wird Ulaanbaatar nicht gewinnen. Zu großen Teilen ist die Stadt grau in grau und Du wirst auf den ersten – und zweiten Blick nur wenige schöne Ecken finden. Allerdings ist die Stadt das kulturelle Zentrum in der Mongolei mit zahlreiche Veranstaltungen, Museen, Aufführungen und Ausstellungen.

Sehenswürdigkeiten in Ulaanbaatar

Wie oben beschrieben ist Ulaanbaatar das kulturelle Zentrum der Mongolei. Falls Du Dich also genauso für die mongolische Kultur wie für die Weite der Natur interessierst bist Du hier richtig.

Ulaanbaatar hat auch ein sehr ausgefallenes Nachtleben. Neben traditionellen Veranstaltungen in Oper, Museen und Theater kannst Du auch eine Tour machen um die vielen Graffiti zu entdecken.

Streetart in der Mongolei
Graffiti in Ulaanbaatar 2018

 

Das Gandan-Kloster

Gandan Kloster in Ulaanbaatar, Mongolei
Gandan Kloster in Ulaanbaatar

Das Gandan-Kloster ist eines der größten buddhistischen Klöster der Mongolei und vor der sozialistischen Revolution prägten die vielen Mönche und Klosteranlagen die Stadt.

Neben dem Gandan-Kloster kann man in Ulaanbaatar das Nationalhistorische Museum, den ehemaligen Winterpalast des Bogd Khan, das Zanabazar Museum und viele weitere besuchen.

Wandern bei Ulaanbaatar

Ulaanbaatar gehört zu den Städten mit naturbelassenen Bergen in der unmittelbaren Umgebung. Du kommst mit einem Taxi günstig an den Fuß des Bogd Khan Gebirges und kannst von dort die Aussicht auf Ulaanbaatar genießen. Wo Du am besten wanderst findest Du hier.

Aussicht vom Bogd Khan Gebirge auf das nördlich gelegene Ulaanbaatar
Aussicht vom Bogd Khan Gebirge auf das nördlich gelegene Ulaanbaatar

Wenn gar nichts hilft, dann kannst Du Dir die Stadt in den zahlreichen Bars und Clubs schön trinken! 😉