Schneller Lebensrhythmus in der Mongolei

Schneller Lebensrhythmus in der Mongolei

Das schnelle Leben in der Mongolei

In der Mongolei hat das Leben einen anderen Rhythmus. Lebensabschnitte folgen viel schneller und verschachtelter auf einander. Die Zeitebenen von unterschiedlichen Leuten und unterschiedlichen Lebensbereichen liegen parallel zueinander und die Prioritäten wandeln sich. Daher kommt es oft zu Schüben in bestimmten Bereichen und Stillstand in anderen. Ist es ein schneller Lebensrhythmus in der Mongolei.

Schwerwiegende Einschnitte im Leben kommen immer wieder vor. Insbesondere Schicksalsschläge führen dazu, dass sich Einzelne immer wieder neu definieren müssen. Dies gilt sowohl für Mongolen, als auch für Expats und Touristen.

Aber auch bei kurzen Zeitperioden wie Tage und Wochen sind die Unterschiede zu Europa enorm. Kurzum das Leben schießt manchmal an einem vorbei und manche Momente ziehen sich dahin.

Die Uhren ticken anders in der Mongolei

Zeiten in der Mongolei: schneller Lebensrhythmus
Eine viktorianische Uhr: Die Uhr tickt schneller in der Mongolei. Schneller Lebensrhythmus

Die Uhrzeit hat in der Mongolei eine andere Rolle als in anderen Ländern.

Insbesondere die Schweiz gilt als die Heimat der bedeutendsten Uhrmacher, aber auch Deutschland und teilweise Frankreich sind bekannt für ihre Uhrmacherkunst. Daneben gibt es das Stereotyp der deutschen Pünktlichkeit. Dies trifft sicherlich nicht auf jeden zu, allerdings ist klar, wie wichtig Zeitmessung und Orientierung an dieser gemessenen Zeit in Europa ist.

In der Mongolei ticken Uhren anders!

Während Mitteleuropa von Spanien bis Polen und Norwegen bis Süditalien eine Zeitzone bildet, gibt es davon in der Mongolei zwei. Fast die gesamte Mongolei teilt sich die gleiche Zeit mit China – mit Außnahme des Westens in welchem eine andere Zeit herrscht.

Natürlich orientieren sich Flüge und die mongolische Eisenbahn, die generell sehr pünktlich ist an Uhrzeiten, ansonsten wird vieles allerdings etwas loser gehandhabt. Wenige zeitliche Regeln wie das Schließen von Clubs um Mitternacht wurden regelmässig ignoriert. Diese Regeln gibt es nun auch nicht mehr.

Die Auffassung von Zeit ist in der Mongolei also abhängig von Ereignissen, Schicksalsschlägen und Gelegenheiten.

Sport im zeitlichen Rahmen

In Europa findet Sport immer in einem zeitlichen Rahmen statt. Fußballspiele dauern 90 Minuten und es gibt ggf. noch eine Nachspielzeit. Modernere Sportarten wie Basketball messen die Zeit sogar noch genauer. Die Leichtathletik basiert auf Zeiten und Maße.

Ganz anders in der Mongolei: Die Standardsportarten sind nicht zeitlich eingegrenzt. Beim mongolischen Ringen, den Reitwettbewerben und Bogenschiessen gibt es keine Zeitmessungen. Es kommt aufs Gewinnen an, auf eine Reihenfolge im Vergleich zu den anderen im Wettbewerb, nicht darauf wer mit wieviel Hundertstel Sekunden zuerst die Rodelbahn beendet hat. Mehr zu Sport in der Mongolei hier im Link.

 

Mongoleijahre sind wie Hundejahre

Manchmal kommt es einem vor als würde es in der Mongolei sehr gemächlich und langsam vorangehen. Stell Dich auf Frust ein, wenn Du jeden Tag um Punkt 8 Uhr losziehen möchtest.

Auch Essenszeiten sind eher flexibel wenn man vom Mittagessen in den meisten Firmen absieht.  Während manche Sachen langsam ablaufen, geht das Leben insgesamt eher schnell voran. Mitte der Neunziger Jahre ist die Lebenserwartung auf unter 60 Jahre gefallen – eine Folge der Wirren des Systemwechsels, des Ausbleibens der sowjetischen Hilfe und der grassierenden Alkoholsucht.

Die Mongolei hatte geschichtlich mehrere rasante Entwicklungen hinter sich. Während der sowjetisch geprägten Zeit änderte sich das Leben massiv. Während Anfang des 20. Jahrhunderts noch die meisten männlichen Mongolen eine zeitlang im Kloster verbrachten änderte sich dies radikal. Aber nicht nur die religiösen und machtpolitischen Verhältnisse veränderten sich, sondern auch die Urbanisierung. Zur Zeit der Revolution war die Mongolei vor allem rural geprägt. In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wurde Ulaanbaatar weiter aufgebaut und etwa die Hälfte der Einwohner des Landes leben nun in der Hauptstadt. Nur wenige Länder der Welt haben eine ähnliche Verstädterung erlebt.

Auch persönlich tut sich viel

Mongolen heiraten oft in den mittleren 20er Jahren was schon weit später ist als in früheren Jahren. Kinder werden auch oft vor der Heirat geboren und einige Ehen enden auch früh wieder in Scheidungen – nicht unähnlich den Trends in Europa. Allerdings wesentlich schneller. Mit Anfang 30 ist die Familienbildung oft schon abgeschlossen.

Das Wirtschaftsleben ist auch wesentlich schnelllebiger. Es gibt deutlich häufigere Jobwechsel als in Europa. Wenn Du also Angst hast nach 4 Jahren schon im dritten Job zu sein, dann kannst Du schön in der Mongolei etwas anderes erleben. Viele Mongolen verändern sich alle 1-2 Jahre.

Daneben sind Schicksalsschläge weiter verbreitet als in Europa. Der Dzuud kann die Lebensgrundlage der Nomaden zerstören, die dann ein neues Leben in der Stadt suchen. Die Straße nach Darkhan hat schon viele Leben gekostet und auch im privaten Bereich gibt es mehr Hoch- und Tiefpunkte in den sozialen Beziehungen mit Freunden und Familie.

Auch Expats in der Mongolei können ein Lied davon singen. Oft erleben sie in 2-3 Jahren in der Mongolei so viel wie in 10 Jahren in Europa. Leider ist ein Jahr in der Mongolei auch für die Gesundheit so viel wie 2-3 Jahre in anderen Ländern. Insbesondere der mongolische Winter mit der starken Luftverschmutzung ist ähnlich wie 2-3 Jahre mässiger Zigarettenkonsum. Mit Hepa-Luftfiltern in Wohnungen, Masken und dem Vermeiden von Aufenthalt im Freien kann man es etwas vermeiden.

Erzähl uns von Deinen Erfahrungen mit dem schnellen Lebensrhythmus in der Mongolei in den Kommentaren!


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